Swisscanto Blog - Märkte, Trends & Meinungen

Sommerpause bis Mitte August

Sehr geehrte Leserinnen und Leser

 

Endlich ist es soweit, es scheint als käme der Sommer allmählich in der Schweiz an. Die Ferien haben begonnen und die Leute geniessen die langen sonnigen Tage. Unsere Blogger machen daher Sommerpause und sind ab Mitte August wieder mit neuen Themen rund um Märkte, Trends & Meinungen zurück.

 

Wir wünschen eine gute Zeit.

 

Das Swisscanto Blogger Team

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Sauregurkenzeit

Die Definition der Sauregurkenzeit gemäss wikipedia.org ist folgende:

Sauregurkenzeit (auch Saure-Gurken-Zeit) ist ein sprichwörtlicher Ausdruck, der seit dem späten 18. Jahrhundert in Gebrauch ist. Der Ausdruck bezeichnete ursprünglich eine Zeit, in der es nur wenige Lebensmittel gab; ähnliche Ausdrücke sind das englische season of the very smallest potatoes (Jahreszeit der kleinsten Kartoffeln) und cucumbertime (Gurkenzeit).[1]

Heute wird so unter Geschäftsleuten scherzhaft die Zeit des Hochsommers genannt, in der die meisten Leute Ferien machen und daher stille Geschäftszeit herrscht. Da sich zu dieser Zeit auch in Politik und Kulturleben wenig ereignet, wurde der Begriff vom Journalismus übernommen, um die nachrichtenarmen Wochen des Sommers zu bezeichnen, in denen die Seiten der Zeitungen häufiger als sonst mit nebensächlichen und kuriosen Meldungen gefüllt werden (die Verwendung ist also ähnlich der des Sommerloches).

Ich liebe die Sauregurkenzeit. An der Börse gibt es derzeit nicht viel Aufregung. Die Aufwärtstrends an den Aktienmärkten sind zwar alt, aber intakt.

Es ist warm, die Tage sind lang, die Abende lau, ich kann im Rhein Baden gehen – oder Motorradfahren. Ich hatte Ihnen ja versprochen, zwischendurch eine schöne Motorradtour zu empfehlen. Seit mehr als zehn Jahren unternimmt eine Gruppe von Freunden eine jeweils 3-tägige Tour im Juni. Die diesjährige Tour war geprägt von wunderbarem Wetter, einer traumhaften, aber durchaus sehr anspruchsvollen Strecke und natürlich auch vom Genuss am Abend, bei feinem Essen und ein paar Gläsern gutem Wein. Die Tour wurde nur von einem Ereignis getrübt: Der Niederlage der Schweizer Fussballer gegen Frankreich. Beim Stand von 0 : 5 tranken wir noch einen guten Digéstif.

In den Hotels am ersten Etappenort in Courmayeur, in der Auberge de la Maison, und am zweiten Abend in Evian-les-Bains, im Hotel de la Verniaz et ses Chalets waren wir sehr willkommen. Wir hatten uns jeweils für das regionale Abendmenü entschieden und sind dabei sehr gut gefahren.

Machen Sie die Tour einmal. Hier die Route und einige Impressionen:

Möglicher Treffpunkt:  http://www.tellsplatte.ch/lage

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Nothing can stop me (the Markets) now… oder die Suche nach starken Meinungen

Es ist Halbzeit an der Börse 2014 und der Spielstand lautet 1:0 für die Optimisten.

In den letzten Monaten ist so Einiges passiert, doch bis Mitte Mai sind die Aktienmärkte unmotiviert hin- und hergedümpelt. Das hat sich nach den Europawahlen und der wiederholten klaren Ansage von EZB-Präsident Mario Draghi geändert, denn seither haben die Marktteilnehmer wieder Mut gefasst und einige Indices auf Rekord-Höchststände gebracht (Grafik 1):

 

Quelle: Datastream

 

Was ist alles geschehen in den ersten Halbzeit:

 

  • Im Januar kamen Ängste um die hoch gelobten Schwellenländer hoch. Argentinien musste seine schon seit Jahren schwächelnde Währung abwerten, andere EM-Länder reagierten mit teils extremen Leitzinserhöhungen, um ihre eigenen Währungen vor Verfall zu schützen
  • Dann kamen Konjunktursorgen in China auf, und offiziell haben wir den ersten Zahlungsausfall für eine öffentlich notierte Unternehmensanleihe im chinesischen Bondmarkt gesehen
  • Danach folgten politische Unruhen in der Türkei, in Thailand,  Venezuela und der Krim, gefolgt von Auseinandersetzungen in der Ukraine
  • Es folgten unglückliche Statements der neuen Fed-Chefin Janet Yellen
  • Die Quartalszahlen waren sowohl von US-Firmen (bedingt durch harten Winter) wie auch von europäischen Firmen (Währungsturbulenzen in EM, erstärkter Euro) nicht berauschend
  • Wahlen in Indien, Ukraine und in Europa
  • Der Goldpreis feiert sein Comeback
  • Der Öl-Preis steigt ebenfalls aufgrund der erneuten Krise in Irak

 

Zusammengenommen sind das alles Nachrichten, respektive Unsicherheiten, welche Potential für Kurs-Korrekturen auslösen können. Aber nichts dergleichen ist passiert, und so geht es immer weiter und weiter nach oben, ähnlich wie im Lied von Queen :

Don’t stop me now
‘C
ause I’m having a good time

Grund für den hohen Risiko-Appetit sind sicherlich die offenen Geldschleusen der Zentralbanken. Letztes Beispiel gefällig: TLTRO (das sind zielgerichtete, langfristige Refinanzierungsgeschäfte) der EZB. Die Idee der EZB ist sicherlich ehrlich gemeint, denn man will die Banken ermuntern, die Kreditvergabe in (v.a. im peripheren Europa) anzukurbeln. Ob dies gelingen wird ist höchst umstritten, denn bis dato ist auf der Lending-Seite in Europa nichts passiert (Grafik 2).

 

Grafik 2

Quelle: EZB, Juni 2014

 

Während der Halbzeitpause fragt man sich ja immer, was alles in der ersten Hälfte passiert ist und vor allem, was noch auf uns zukommen kann. Persönlich bin ich erstaunt, wie die vielen negativen Nachrichten über die letzten 6 Monaten ‚ignoriert’ wurden und im Moment scheint es, dass die guten Zeiten weitergehen werden. Nichts kann den Markt nachhaltig erschüttern.

 

Selbstverständlich kann es immer wieder Rückschläge geben, aber ich bin der Meinung, dass der Aufwärtstrend für Aktien nach wie vor intakt ist, und die Asset Price Inflation wird weiter gehen, da:

 

  • Die Zinsen (v.a. in Europa) bis auf Weiteres tief bleiben
  • bei nicht schockartigem Anstieg der Zinsen bleiben Aktien nach wie vor attraktiv
  • Tiefe Inflation
  • Attraktive Dividendenrenditen
  • Risikoprämie liegt nach wie vor über dem langjährigen Durchschnitt
  • Bewertungen sind sicherlich nicht mehr günstig, aber im Vergleich zu anderen Asset-Klassen vertretbar
  • Mangel an Alternativen

 

Zur Zeit sind viele unschlüssig, wie es weitergeht und die Suche nach starken Meinungen geht weiter. An Gewinnmitnahmen ist bekanntlich noch niemand verarmt, aber ich bin nach wie vor der Meinung,  dass die Risk-on Party weiter gehen wird.  Also, geniessen Sie die zweite Halbzeit,  denn es muss ja nicht so weit kommen wie im Lied von Queen:

I’m a rocket ship on my way to Mars
On a collision course
I am a satellite I’m out of control
Like an atom bomb about to
Oh oh oh oh oh explode

 

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