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Bauchhärlinge, fossile Glasschwämme und warum zukünftige Weihnachtsbescherungen vermutlich bereits gestern stattfanden

Im Folgenden sollen keine fertigen Anlagetipps, sondern Denkanstösse und Meditationshilfen geliefert werden.

 

Vorbereitung: Sie brauchen lediglich ein Sedativum, besser noch eine Anstaltspackung Bio-Sedativa und eine bequeme Kuscheldecke.

 

Worum geht es?

Es geht darum, den Blick für die Frage, was ist normal und wovon hängt es ab, was als normal empfunden wird, zu schärfen. Das, was als Abweichung vom Normalen empfunden wird ist stark abhängig von der persönlichen Lebenserfahrung und vom Datenset zu dem man Zugang hat

 

Welcher Zins ist normal, welches Aktien-Kursgewinnverhältnis ist normal? Welcher Goldpreis ist normal?

 

Nun, das hängt eben davon ab, ob man ein Bauchhärling oder ein fossiler Glasschwamm ist oder verallgemeinert, welcher Art man angehört und welches individuelle Alter man hat.

 

 

Die folgende Tabelle zeigt die Lebenserwartung einiger Lebewesen. Die folgenden Spalten zeigen:

  1. das durchschnittlichen Shiller-PE,
  2. den durchschnittlichen Nominalzins von britischen Staatsanleihen –und-
  3. den durchschnittlichen realen Goldpreis in britischen Pfund[1]

jeweils konditioniert auf die repräsentative Normalitätsverankerung[2]  der entsprechenden Lebensform.

 

Die nächsten Spalten zeigen die Renditenerwartung der jeweiligen Lebensart, falls eine Bewegung des

  1. S&P500[3],
  2. Nominalzinses britischer Staatsanleihen (Annahme: 10-jähriger Zero)
  3. Realen Goldpreises

innerhalb eines Jahres in Richtung der repräsentativen Normalitätsverankerung stattfinden würde und alles Andere gleich bliebe. Konkretes Beispiel: Ich bin eine Eintagsfliege. Meine Unter- Überbewertungsschätzung am Ende des Tages entspricht genau dem prozentualen Unterschied zwischen dem Tagesdurchschnitt des S&P500 und dem Tagesschlusskurs.

 

Grafik 1: Spezienabhängige repräsentative Lebensdauer und Normalitätsverankerung von PE, Zinsen und realem Goldpreis

Blog_Bauchhärlinge_Grafik_1

Quelle: Wikipedia, Shiller-Datenbank, Bank of England, Measuringworth.com, Bloomberg

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wie (un)realistisch sind diese Renditenerwartungen? Das hängt davon ab:

 

  1. Ist die betrachtete Zeitreihe (z.B. das Shiller-PE) wirklich (trend)stationär oder nicht (Unit Root Tests)
  2. Mit welchem Schätzfehler kann das Gleichgewicht, wenn es denn existiert geschätzt werden (Standard error of mean estimate)
  3. Wie hoch ist die geschätzte Anpassungsgeschwindigkeit an das geschätzte Gleichgewicht (error correction coefficient)
  4. Wie sicher kann die Anpassungsgeschwindigkeit geschätzt werden (standard error of error correction coefficient)
  5. Gibt es Strukturbrüche oder nicht? (mean significantly different in the sample)?

 

Im Folgenden werden nur Gedankensplitter als Meditationsanregung präsentiert. Diese sind mit kritischem Verstand zu lesen.

 

Meditationsübung: Die Sedativa sollten nun griffbereit sein. Stellen Sie sich nun vor, sie wären ein jugendlicher fossiler Glassschwamm mit aller Zeit der Welt. Schalten Sie ihre Lieblingsentspannungsmusik ein und betrachten Sie die folgenden Grafiken. Geniessen Sie die Musik und die Grafiken. Stellen Sie sich vor, dass Alles Andere Unwichtig ist. Es gibt nur Sie und die Grafiken. Atmen Sie tief ein und wieder aus und betrachten Sie die Grafiken. Werden Sie eins mit den Grafiken. Stellen Sie sich vor, wie alle Anderen auch eins mit den Grafiken werden, wie Alles was wichtig war und ist und sein wird unwichtig ist und alles Gewesene, Seiende und Werdende in den Grafiken verschmilzt.

 

 

 Grafik 2: Shiller-PE für S&P500 seit 1881

Blog_Bauchhärlinge_Grafik_2

Quelle & Methodik: Shiller-Datenbank

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Grafik 3: Verzinsung britischer Staatsanleihen seit 1703

Blog_Bauchhärlinge_Grafik_3

Quelle & Methodik: Bank of England, verknüpft mit Bloomberg

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Grafik 4: Realer Goldpreis in britischen Pfund seit 1257

Blog_Bauchhärlinge_Grafik_4

Quelle: Measuringworth.com und eigene Berechnungen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sie sind jetzt bereit über die folgenden Reflexionen zu meditieren?

 

S&P500 Reflexionen

  1. Gemessen am Shiller-PE (zyklisch adjustierte PEs) ist der S&P500 derzeit extrem teuer, nur während der Aktienhausse in den 20′er Jahren des letzten Jahrhunderts die zur Weltwirtschaftskrise führte und während der Tech-Bubble  waren Aktien noch teurer. Mit Geduld und Spucke…   -oder-
  2. Gemessen an dem Durchschnitts-Shiller PE der letzten 20 Jahre ist der S&P500 nur minimal überbewertet. Ausserdem fällt der relative Bewertungsvergleich zu Gunsten der Aktien & zu Ungunsten der Anleihen aus. Man kann auch die Welt von heute nicht mit derjenigen von vor 20 Jahren vergleichen!

 

Vergewissern Sie sich jetzt nochmals, dass die Sedativa griffbereit sind.

 

Anleihen & Zinsreflexionen

  1. Kinder lieben Weihnachten und können es nicht erwarten ihre Geschenke zu bekommen. Stellen Sie sich einen Neugeborenen vor, der die Weihnachts- und Geburtstagsgeschenke der nächsten 10 Jahre gleich am Tag der Geburt erhält. Stellen Sie sich ebenfalls vor, dass die einen Tag später Geborenen 10 Jahre lang nichts mehr bekommen. Stellen Sie sich eine Welt vor in der es den Zentralbanken  gelingt alles zukünftige Wirtschaftswachstum und alle zukünftigen Anleihen- (und Aktien- und Immobilienrenditen) der nächsten 10 Jahre um genau 10 Jahre nach vorne zu verlagern. Formulieren Sie jetzt den nach diesem Satz folgenden Satz nach der Vorlage des oben fett markierten Abschnittes im Geiste des vorgelagerten Satzes selbstständig und fügen ihn hier ein: [                                                                                                         ]. Stellen Sie sich jetzt eine Grafik der Verzinsung rollierender Eidgenossen seit 1291 vor und überlegen sich, wie realistisch der von Ihnen selbst geformte Satz ist. Bleiben Sie entspannt und nehmen Sie jetzt sofort den Gesamtvorrat an Sedativa ein ohne ihren Arzt oder Apotheker zu fragen.
  2. Atmen Sie ruhig und tief, bis sich die volle Wirkung der Sedativa entfaltet. Vergessen Sie nicht die Kuscheldecke.  Sie sind jetzt ein Monorhaphis chuni, ein fossiler Glassschwamm. Erderwärmungen und Eiszeiten kommen und gehen. Weltwirtschaftskrisen und Währungsreformen kommen und gehen. Das ist Ihnen wurscht. Aufgrund des Zinseszinseffektes werden Sie auf jeden Fall  Multimilliardär. Wenn es nur nicht diese blöden dauernden Währungsreformen gäbe…

 

Goldreflexionen

  1. Nach 500 Jahren Unterbewertung hat der reale Goldpreis seinen langfristigen Gleichgewichtswert, der kurzfristig aufgrund der Entdeckungen grosser Goldvorräte in der neuen Welt unterschossen hatte, annähernd wieder erreicht. Die Übergewichtung von Gold ist daher weder für fossile Glasschwämme noch für Eintagsfliegen mehr sinnvoll. Wir wandeln daher unserer Kaufempfehlung von 1588 in die Empfehlung, Gold nur noch neutral zu gewichten um.
  2. Gold ist derzeit so teuer, wie seit 1553 nicht mehr. Der langfristige Gleichgewichtskurs hat massiv überschossen. Wir empfehlen allen Lebensformen mit einer Restlebenserwartung zwischen 250 und 800 Jahren Gold zu schorten, da in den nächsten 30 Jahren ein Kurseinbruch so gut wie sicher ist.
  3. Die BOE arbeitet hartnäckig daran, dass der reale Goldpreis in GBP in naher Zukunft aufgrund der vollständigen Annäherung des Wertes an den intrinsischen Wert (=Wert von wertlosem Papier) technisch nicht mehr darstellbar ist. Alle nicht ungeduldigen Lebensformen mit einer Restlebenserwartung von mehr als 88 Jahren (z.B. pubertierende Grönlandwale) sollten daher keine Bargeldvorräte mehr horten, sondern stattdessen in den nächsten 20 Jahren ernsthaft das physische Horten von Gold in Erwägung ziehen.
  4. Der technisch bedingte Goldpreiseinbruch in den letzten 10 Sekunden dürfte übertrieben sein, der Abstand vom gleitenden 5 Minuten Durchschnitt zu gross. Alle Daytrader sollten…

 

Beenden Sie langsam ihre Meditationsübung. Lösen Sie Ihre Gedanken und Emotionen von den Grafiken, werden Sie uneins mit den Grafiken.

Stellen Sie sich nun vor, Sie seien tatsächlich eine Eintagsfliege und stellen Sie eine penetrant tickende Uhr, welche in spätestens 2 Minuten laut klingeln wird neben sich.

Lösen Sie die in der Zwischenzeit entstandenen Probleme (Wohnungsbrände, Überschwemmungen, Margin Calls etc., falls diese noch von Bedeutung sind) und tätigen Sie jetzt ihre Anlagegeschäfte…

…noch nicht!

 

Bei meiner Meditationsübung gelangte ich zu folgenden Erkenntnissen:

  1. Gold:
    Gold ist real betrachtet extrem teuer, es sei denn Sie rechnen mit einer Währungsreform oder sie wählen das 15. & 16. Jahrhundert als Referenzrahmen.
  2. Britische Staatsanleihen
    Britische Staatsanleihen sind ebenfalls sehr teuer. Allenfalls im 19. Jahrhundert und einigen Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts waren die Zinsen nicht allzu weit von den gegenwärtigen 2.4% entfernt. In einer Welt, in der die Bruttokreditsumme in Prozent des Bruttoinlandproduktes konstant bleibt oder sinkt, sind langfristig tiefe Zinsen denkbar. Die Wahrscheinlichkeit, dass der derzeitige Zins unter den möglicherweise strukturell wesentlich tieferen zukünftigen Gleichgewichtszins unterschossen hat, ist jedoch sehr hoch.
  3. S&P500:
    Gemessen am Shiller-PE ist auch der S&P500 stattlich bewertet. Falls die letzten 60 Jahre als Referenz genommen werden, sind jedoch (UK-)Anleihen stärker überbewertet als der S&P500.

 

Achtung:

  1. Es gibt noch halbwegs günstig bewertete Aktienmärkte, so dass das S&P500 Meditationsergebniss auf keinen Fall auf andere Aktienmärkte übertragen werden darf! Zum Beispiel römische, ähh  Das ist aber nicht mehr Gegenstand dieses Posts, sondern eines Zukünftigen.
  2. Bewertung ist nicht das Allentscheidende. Momentum ist je nach Prognosezeithorizont die mächtigere Prognosevariable. Aber auch das ist nicht Gegenstand dieses Posts.

 

Zu welchen Meditationserkenntnissen gelangten Sie?

 

 

 

 

 

 


[1] Quelle: MeasuringWorth.com & Bloomberg eigene Berechnungen

[2] Komplizierter Ausdruck für die einfache Frage: “Was findet zum Beispiel eine repräsentative  Eintagesfliege aufgrund ihrer Lebenserfahrung definiert als arithmetischer Durchschnitt der betrachteten Variable (Zins, PE, realer Goldpreis) als normal”  Dabei wird stets angenommen, dass –bleiben wir bei der Eintagesfliege-  diese “heute” ( = Veröffentlichungsdatum des Blogs) gerade ihr artspezifisches Alter erreicht hat.

[3] Annahme: faire Bewertung steigt mit dem langfristigen Trendgewinnwachstum von 4%

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Pferdewechsel an den Aktienmärkten?

Nach den Sommerferien und der Saure-Gurken-Zeit haben Sie jetzt sicher Zeit und Lust, sich wieder mit der Anlagepolitik zu befassen. Dies ist meines Erachtens auch wirklich nötig.

In den letzten Wochen haben die Aktienmärkte teilweise empfindlich korrigiert. Empfindlich? Ja, gemessen an den in der Zwischenzeit erreichten Allzeithöchst, wenn wir uns z. B. den DAX-Index anschauen. Nicht empfindlich, wenn wir den leichten Rückschlag des S & P 500 betrachten. Der homogene Aufwärtstrend an den weltweiten Aktienmärkten scheint angeschlagen zu sein. Deshalb fragen wir uns heute, ob wir die müden Pferde gegen junge und frische austauschen sollten.

 

Zuerst aber ein Überblick über die Märkte (Grafik 1). Sie sehen, dass sich die Performance in Lokalwährungen im Jahr 2014 (zweitletzte Spalte, % Ytd, % YtdCur zeigt die Performance in CHF) sehr unterschiedlich präsentiert. Deutlich im grünen Bereich der erwähnte S & P 500, der weltweit wichtigste Aktienindex. Weiter deutlich grün zeigen sich z. B. der brasilianische Index IBOVESPA und auch der Hang Seng Index in Hong Kong.

 

Rot und mit einem Verlust der deutsche Aktienindex DAX, aber auch der Euro Stoxx, ein etwas breiter gefasster europäischer Aktienindex. Dies hat natürlich seine Gründe.

 

Schauen wir uns anhand des einfachsten und gängigsten Bewertungsmassstabes, des P/E-Ratios, die wichtigsten Märkte an. Auf den ersten Blick stellen wir bereits fest: So richtig günstig ist nichts mehr zu haben. Der S & P 500 weist ein P/E (Kurs-Gewinn-Verhältnis) von 17.53 auf, der Euro Stoxx von 22.22 und der SMI von 19.68. Der billigste Aktienmarkt gemessen an dieser Kennzahl ist der Aktienmarkt Hong Kong mit dem Hang Seng Index mit einem P/E von 11.

 

Grafik 1: Übersicht über die Kursentwicklung wichtiger Aktienmärkte per 18.8.2014

Grafik 1 Übersicht über die Kursentwicklung wichtiger Aktienmärkte per 180814

Quelle: Bloomberg

Zuerst fragen wir uns, ob die Aufwärtstrends noch intakt sind. Für den S & P 500 ist diese Frage klar zu bejahen (Grafik 2). So lange dieser Aufwärtstrend anhält, dürften auch die anderen wichtigen Märkte nach der Korrektur wahrscheinlich zu einer Erholung ansetzen. Diese Erholung ist genau zu beobachten. Fällt sie kraftlos aus, so könnte dies ein Anzeichen dafür sein, dass sich  ein Ende des über 5jährigen Aufwärtstrends abzeichnet. Wieso schneidet nun der S & P 500 besser ab?

 

Grafik 2: Kursentwicklung des S & P 500 Index (USA) per 15.8.2014

Quelle: Bloomberg

Quelle: Bloomberg

Weil die Gewinnentwicklung mit der Kursentwicklung in den USA in Einklang steht. Grafik 3 zeigt mit der weissen Linie die Kursentwicklung des S & P 500. Die blaue Linie stellt die Gewinnentwicklung der vergangenen 12 Monate bezogen auf den Index dar. Sie sehen: Die Gewinne befinden sich auf Rekordstand, deutlich über den Niveaus von 2000 und 2007. Die hohe Bewertung kann mindestens mit der Gewinnentwicklung einigermassen gerechtfertigt werden. Die Gewinnaussichten bleiben günstig: Die Auftragseingänge in den USA sind auf einem 9-Jahres-Höchststand, ebenso der Einkaufsmanager-Index. Bei Korrekturen an den Aktienmärkten dürfte sich der amerikanische Aktienmarkt wahrscheinlich deutlich robuster zeigen als die europäischen Börsen.

 

Grafik 3: Kursentwicklung S & P 500 Index (weiss) und Gewinnentwicklung der vergangenen 12 Monate (blau)

Quelle: Bloomberg

Quelle: Bloomberg

Deutlich ungünstiger sieht die Situation beim DAX aus (Grafik 4). Der Einbruch ist sehr viel deutlicher ausgefallen, allerdings in einem starken Aufwärtstrend. Normalerweise folgt darauf eine Erholung. Was uns Sorgen macht, ist die Gewinnentwicklung, die mit der Kursentwicklung nicht Schritt hält (Grafik 5). Der DAX hat einen Rekordstand erreicht, die Gewinne liegen aber immer noch tiefer als bei den früher erreichten Höchstkursen des DAX. Wohl sind die Gewinnschätzungen der Analysten (das Ende der blauen Linie, gestrichelt) sehr optimistisch, es scheint aber mehr Hoffnung zu sein.

 

Bei Korrekturen an den Aktienmärkten dürften deshalb die europäischen Aktienmärkte deutlich anfälliger sein als der amerikanische.

 

Grafik 4: Kursentwicklung des DAX-Index per 18.8.2014

Quelle: Bloomberg

Quelle: Bloomberg

Grafik 5: Kursentwicklung (weiss) und Gewinnentwicklung (letzte 12 Monate und Schätzungen, blau)

Quelle: Bloomberg

Quelle: Bloomberg

Auch der Aufwärtstrend am Schweizer Aktienmarkt ist nach der recht heftigen Korrektur (noch) intakt (Grafik 6). Er wird aber von immer weniger Titeln getragen und einige Werte haben bereits einen Abwärtstrend eingeschlagen. Der Schweizer Markt zeigt damit deutliche Ermüdungserscheinungen. Weil er auch nicht mehr billig ist, würde ich eine Erholungsphase zu Gewinnmitnahmen nützen. Eine solche Erholungsphase ist auch angesichts der wieder gesunkenen Zinsen möglich, sogar wahrscheinlich, vor allem dann, wenn sich z. B. eine Entspannung in der Ukraine-Krise abzeichnen sollte. Die Gewinnentwicklung in der Schweiz ist ebenfalls recht solide, wie Grafik 7 zeigt, obwohl die Banken diesbezüglich deutlich schwächeln, und die vor den diversen Krisen erreichten Niveaus kaum mehr erreichen dürften.

 

Grafik 6: Kursentwicklung SPI-Index per 18.8.2014

Quelle: Bloomberg

Quelle: Bloomberg

Grafik 7: Kursentwicklung und Gewinnentwicklung des SPI-Index

Quelle: Bloomberg

Quelle: Bloomberg

Nun zum Pferdewechsel. Angesichts dieser Situation fragen wir uns, wo die jungen, noch nicht müden Pferde sind. Wir finden sie vor allem in den Emerging Markets. Erstes Beispiel ist der wichtige brasilianische Aktienmarkt. Er zeigt im Jahre 2014 eine deutliche Erholung an (Grafik 8). Die technischen Indikatoren deuten kurzfristig auf eine Trendwende nach oben hin. Der gleitende 90-Tages-Durchschnittskurs (grün) hat den gleitenden 200-Tages-Durchschnittskurs nach oben durchbrochen. Beide Durchschnittslinien beginnen zu steigen.

 

Auch der langfristige Trend, der seit 2011 wellenförmig nach unten zeigt, hat ein Umkehrsignal nach oben generiert (Grafik 9).

 

Grafik 8: Kursentwicklung Aktienmarkt Brasilien mit gleitenden 90-Tages (grün) und 200-Tages-Durchschnittskursen (gelb), per 15.8.2014

Quelle: Bloomberg

Quelle: Bloomberg

 Grafik 9: Aktienmarkt Brasilien

Quelle: Bloomberg

Quelle: Bloomberg

Nun zum auf den ersten Blick billigsten Aktienmarkt aus unserer Übersicht ganz am Anfang: Hong Kong. Auch dieser Markt hat ein langfristiges Trendsignal nach oben gegeben (Grafik 10). Bestätigt wird dieses Signal auch durch die verbesserten Wirtschaftszahlen aus China. Auch der Shanghai Composite Index (mit den inländischen chinesischen Aktien) scheint sich aus seiner jahrelangen Lethargie nach oben zu lösen. Dies alles spricht für ein Übergewicht von Schwellenländern und Hong Kong gegenüber den traditionellen entwickelten Ländern.

 

Konsequenz und Konklusion: Allfällige Übergewichte bei den Aktienmärkten oder neue Käufe sollten von den müden Pferden zu den jungen Pferden, die noch einigermassen günstig zu kaufen sind, verschoben werden. Das Risiko dabei ist, dass diese jungen Pferde nicht wie erwartet laufen werden – aber das sind Sie sich als aktiver Aktieninvestor ja bewusst. Für die Wahl der richtigen Instrumente zur Umsetzung dieser Anpassung in der taktischen Asset Allocation lassen Sie sich bitte beraten.

 

Grafik 10: Kursentwicklung Aktienmarkt Hong Kong (Hang Seng Index)

Quelle: Bloomberg

Quelle: Bloomberg

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Sommerpause bis Mitte August

Sehr geehrte Leserinnen und Leser

 

Endlich ist es soweit, es scheint als käme der Sommer allmählich in der Schweiz an. Die Ferien haben begonnen und die Leute geniessen die langen sonnigen Tage. Unsere Blogger machen daher Sommerpause und sind ab Mitte August wieder mit neuen Themen rund um Märkte, Trends & Meinungen zurück.

 

Wir wünschen eine gute Zeit.

 

Das Swisscanto Blogger Team

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